Urlaub!

24 Mai 2007

So, es ist mal wieder Urlaubszeit. 2 Wochen Pfingstferien und wir fahren weg. Das heißt aber auch zwei Wochen ohne Computer (ob ich das überleben werde …), zwei Wochen ohne Internet (das überlebe ich NIE!) und zwei Wochen in denen ich nichts über meine geplanten Themen (Mac OS X, Geocaching und meine neue Kamera) schreiben kann. Dafür gibt es nach meinem Urlaub um so mehr. Versprochen.

Ciao,
scameronde

oder „der Verräter!“

Im Januar hatte ich folgendes geschrieben:

„Eines würde mich aber dann doch noch reizen: einmal zwei bis drei Wochen mit einem MacBook Pro zu arbeiten. Nur um zu wissen, wie sich OS X so auf Dauer anfühlt.“

Nun, es ist zwar kein MacBook Pro geworden sonder nur ein Mac mini, aber das Experiment war ein voller Erfolg. Für mich jedenfalls.

Ein Freund von mir hat von einer guten Freundin einen Mac mini geschenkt bekommen (ja, sowas gibt es!). Da er schon einen hatte (ja, auch das gibt es), durfte ich seinen alten (immerhin Intel Core Duo und 1GB RAM) zur „Ansicht“ mitnehmen. Zitat: „Wenn du ihn magst, kauf ihn mir ab. Wenn nicht kannst du ihn mir einfach wiedergeben“. Auf meine Frage, wie lange ich mir denn mit meiner Entscheidung Zeit lassen dürfe, hat er nur geantwortet: „bist du dir sicher bist“.

Ich denke Apple sollte so seine Computer verkaufen. Die Rücklaufquote dürfte sehr niedrig sein. Ich jedenfalls habe meinem Freund nach zwei Wochen mehr als bereitwillig das Geld für den Mac mini in die Hand gedrückt.

Aber was ist so toll an einem Mac? Warum einen Rechner teuer bei Apple kaufen, dann noch Geld für ein Betriebssystem ausgeben (die Updates kosten) und dann auch noch eine Insellösung sein Eigen nennen?

Die Antwort ist einfach: Qualität.

Ich war schon immer bereit für gute Qualität etwas mehr Geld auszugeben. Das war schon als Jugendlicher so. Während meine Freunde Stereoanlagen von Kenwood oder Sony hatten, die mit dem Plastikgehäuse, den bunt blinkenden Anzeigen, den 100 Klangreglern, den 300 Watt Miniboxen und dem Sound einer Blechbüchse, hatte ich einen gebrauchten Verstärker von Braun. Schlichte, fast langweilige Optik, einem Schalter (Ein/Aus), einem Drehregler (laut/leise) und einem genialen Klang.

Allerdings ist ‘Qualität’ so ein fürchterlich unbestimmter und überstrapazierter Begriff. Was genau ich mit ‘Qualität’ beim Apple meine, werde ich hier schreiben. Wieder wie gewohnt in einer Reihe von Artikeln.

Ciao,
scameronde

Wahnsinn wie lange es schon wieder her ist, dass ich etwas Zeit für meinen Blog hatte. Was mich aber noch viel mehr überrascht, ist die Geschwindigkeit in der sich bei mir die Interessen und Vorlieben wandeln. Dabei sollte man meinen, das ich mit Ende 30 etwas ruhiger werden würde.

Was hat sich seit dem letzten Lebenszeichen geändert?

Evernote. Dem habe ich das letzte mal abgeschworen, mittlerweile nutze ich es wieder verstärkt. Es sind die guten Tools, die man immer wieder verwendet.

Linux. Obwohl ich Linux immer noch genial finde und nie, nie, nieeeee mehr Windows auf meinen Rechner lasse, habe ich doch eine neue Liebe: Mac OS X.
Ja, ihr lest richtig. Ich habe mir einen Mac gekauft (im Moment einen gebrauchten Intel Mac-Mini von einem Freund). Das ganze war mehr als Experiment gedacht, zur Befriedigung meiner Neugier. Was soll ich sagen: mich hat der Virus. Nach genau 2 Wochen hatte ich alles auf den Mac umgestellt. Wir arbeiten zu Hause nur noch auf der Kiste (als Bürorechner ist er wirklich ausreichend). Demnächst kommt dann wohl noch ein MacBook dazu. Dazu aber ein anderes mal mehr.

Hobby. Ein neues Hobby habe ich auch: Geocaching. Auch dazu ein anderes mal mehr.

Hobby die Zweite. Ich habe ein altes Hobby wiederbelebt: Fotografieren. Zum Geburtstag gab es eine neue Kamera. Vielleicht gibt es hier ja demnächst auch einige Photos :-)

Urlaub. Der steht jetzt an. Nach meinem Urlaub werde ich mir wieder etwas Zeit für den Blog nehmen. Dann werde ich hier in loser Folge über Geocaching und den Umstieg zu OS X schreiben.

Bis dann

TenGO die Zweite

18 Januar 2007

Man könnte meinen, ich werde von TenGO bezahlt. Ist aber nicht der Fall. Leider. Mir würde es sehr leicht fallen gegen Geld für das Produkt Werbung zu machen, weil ich es einfach superklasse finde.

Ich verwende es jetzt seit ein paar Tagen regelmäßig. Es ist einfach erstaunlich, wie schnell ich beim Schreiben von Texten mit TenGO geworden bin. Klar, es geht auf keinen Fall so schnell wie mit einer echten Tastatur, der Unterschied ist aber – wenn man mal die Zielplattform in Betracht zieht – vernachlässigbar. Ich kann mittlerweile sogar so gut wie blind mit TenGO tippen, d.h. den Blick auf dem Text und mit den Stylus tippen, ohne die virtuelle Tastatur zu betrachten. Während es am Anfang noch etwas mühselig war, das Wörterbuch von TenGO zu erweitern, so kennt es mittlerweile die meisten von mir benötigten Wörter (der Vorteil eines kleinen Sprachschatzes).

Wer einen Mobile- oder PocketPC hat, schnell TenGO runterladen und testen. Nehmt euch ein paar Tage Zeit. Man fragt sich nach einer Woche echt, wie man nur ohne arbeiten konnte.

Ciao,
scameronde

Keine Bilder?

18 Januar 2007

Ich habe mich eine ganze Weile mit dem Gedanken rumgeschlagen, meinen Blog optisch aufzuwerten. Ein wenig mit CSS rumzuspielen, Bilder in die Artikel einzubinden (z.B. Bilder, die mit den Kategorien korrespondieren). Ich habe mich schlussendlich doch dagegen entschieden.

Warum? Ich möchte meine Zeit lieber mit dem Verfassen von Inhalten verbringen, statt damit frei verfügbare Bilder im Internet zu suchen, am Layout rumzubasteln, etc.

Da dieser Blog eh nur einer von mehreren Milliarden ist, und wohl nur wenig bis keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, gehen hier meine Wünsche vor. Und die liegen eindeutig beim Inhalt.

Jemand anderer Meinung?

Ciao,
scameronde

Da ich sowohl beruflich als auch privat sehr viel am Computer sitze und eigentlich alle wichtigen Daten am Computer verwalte, hatte ich auch immer (die letzten 10 Jahre) einen PDA. Den PDA nutzte ich für die Momente, wenn ich nicht an einem PC oder einem Laptop sitzen konnte. Auf dem PDA hatte ich alle meine Kontakte, meine Termine, meine ToDo-Listen, aber auch meine Zeitabrechnung, das KFZ-Kilometerbuch, eben alles was ich ortsunabhängig im Zugriff haben musste/wollte.

Meine PDAs waren in der Vergangenheit immer von der Firma Psion. Die Psions hatten gegenüber den Palms (von WindowsMobile war damals noch überhaupt nicht die Rede) den enormen Vorteil, das sie mit einer schlicht genialen Tastatur ausgestattet waren. Die Tastatur ist sehr flach, hat aber einen richtigen Druckpunkt, große Tasten und fährt auf eine patentierte Art und Weise aus dem Geräteboden heraus. Die Displays hatten mit 640×240 Pixeln eine fantastische Auflösung (leider nur SW).

Leider ging mein letzter Psion vor einem Jahr kaputt und die Firma Psion stellt keine Consumergeräte mehr her. Also musste ein Ersatz her. Da Aldi mal wieder ein günstiges Angebot für einen WindowsMobile PDA mit eingebautem GPS und Navigationssoftware hatte, legte ich mir so ein Gerät zu. Mein Eindruck nach 2 Wochen: klasse Navigationsgerät, aber als PDA vollkommen unbrauchbar.

Warum unbrauchbar? Ganz einfach: das Teil hat keine Tastatur. Ich benutze einen PDA nicht als Lesegerät für Outlook (was ich als Linuxuser auch nicht einsetze), sondern will Inhalte darauf verfassen, Notizen schreiben, Adressen eingeben, Termine abstimmen. Die eingebaute virtuelle Tastatur ist meines Erachtens ein Witz. Nach 10 Minuten tippen (was zugegebenermaßen nicht so langsam geht wie ich befürchtet hatte) hatte ich einen Krampf in der Hand, die eingebaute Schrifterkennung ist viel zu träge und das Symbolzeichnen konnte ich schon bei den Palms nicht leiden.

Also fristete mein PDA ein Dasein als billiges Navigationsgerät und ich stellte meinen Workflow wieder auf Papier um (letzteres war auch eine echte Chance. Darüber werde ich auch mal schreiben).

Bis, ja bis ich vor ein paar Tagen auf eine total geniale Software gestoßen bin: TenGO.

TenGO ist so etwas wie das vom Handy bekannte T9 Eingabeverfahren mit Superbooster. TenGO unterteilt die virtuelle QWERTY Tastatur mit ihren 3 Reihen Buchstaben in 6 Bereiche. Der erste Bereich umfasst die Tasten ‘Q’ bis ‘T’, der zweite die Tasten ‘Y’ bis ‘P’ und so weiter. Um jetzt ein ‘O’ einzugeben, muss ich nicht mehr auf der virtuellen Tastatur die Mini-Taste ‘O’ treffen, sondern nur noch den Bereich ‘Y’ bis ‘P’. Durch das eingebaute Wörterbuch errät TenGO, welchen Buchstaben ich meine. Und das funktioniert so gut, das ich nach 30 Minuten ausprobieren meine Version für ca. 24 EUR habe registrieren lassen.

Man muss es ausprobieren, um den enormen Vorteil wirklich glauben zu können. Mein PDA wird jedenfalls wieder zum Arbeiten verwendet. Ich habe endlich wieder ein Gerät mit dem ich unterwegs Notizen und ToDos einfach aufzeichnen kann. Texte mit 100+ Wörtern stellen kein Problem mehr dar.

TenGO bietet eine 30-Tage Testversion an. Die Registrierung kosten ca. 24 EUR.

http://www.tengo.net

Ciao,
scameronde

Eines der beliebtesten Streitthemen unter Linux-Usern ist, welche Benutzeroberfläche die Bessere ist: KDE oder Gnome.

Da beide sehr unterschiedliche Konzepte verfolgen, ist auch genug Streitpotential vorhanden. Die einzige Diskussion die noch hitziger geführt wird, ist ob vi oder emacs der bessere Editor ist. Die Diskussion um vi und emacs gibt es nun schon viel länger als die um KDE und Gnome, und immer noch wird sie ergebnislos munter weitergeführt. Alleine aus dieser Erfahrung heraus bin ich überzeugt, dass die Diskussion um KDE und Gnome genau so fruchtlos und endlos weitergehen wird. Was aber nicht bedeutet, dass es keinen Spaß macht darüber zu diskutieren. Und da ich eine eigene Meinung zu dem Thema habe, möchte ich selbstverständlich mitmischen (den Spruch „einfach mal die Schnautze halten“ lasse ich hier nicht gelten).

Jemand der noch nie mit Linux gearbeitet hat, erkennt den optischen Unterschied zwischen KDE und Gnome sofort. Die beiden unterscheiden sich wie Windows XP und OSX. Während das Optische für viele Menschen ein Hauptauswahlgrund ist (für mich auch), unterscheiden sich die beiden Oberflächen auch konzeptionell sehr stark. Während KDE versucht dem Anwender die vollständige Leistungspalette eines Computers an die Hand zu geben und bis in das letzte Detail konfigurierbar ist, versucht Gnome genau das Gegenteil: dem Benutzer nur ein „notwendiges“ Minimum zu präsentieren, nur wenig konfigurierbar zu machen und für den ganzen Rest sinnvolle Annahmen zu treffen.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Herangehensweise hat sich schnell die Meinung etabliert, KDE sei für den „Poweruser“ und Gnome für den „nicht technischen Büroarbeiter“ am besten geeignet. Mit dieser Meinung bin ich alles andere als einverstanden.

Fangen wir mit KDE an. KDE wird von immer mehr Linux Distributionen verwendet, um Neueinsteigern ein zu Windows XP möglichst ähnliches Arbeiten zu ermöglichen. Die starke Konfigurierbarkeit erleichtert dieses Vorgehen. Aber gerade durch ein so vorkonfiguriertes KDE wird dem „technischen Büroarbeiter“ seine Aufgabe massiv erleichtert. Er findet sich mit seinen oft mühsam erlernten Handgriffen sofort zurecht. Sicher wird er von der schieren Konfigurationsfülle von KDE erschlagen sein, aber dann lässt er einfach die Finger davon. Wer nur arbeiten will muss ja nicht spielen.

Und Gnome? Ist es vielleicht doch besser als KDE für den Anfänger geeignet? Nicht unbedingt. Für jemanden der noch nie mit Windows XP gearbeitet hat, bietet Gnome einen sehr einfachen Einstieg in die Welt der Computer. Allerdings braucht man schon einiges an Erfahrung, wenn man in Gnome mal etwas konfigurieren muss was standardmäßig nicht für den Endanwender vorgesehen ist. Nun, der „technische Büroanwender“ hat für so etwas in der Regel aber auch seinen Administrator.

Was aber ist mit Powerusern? Werden diese durch Gnome unterfordert?

Ich behaupte das komplette Gegenteil ist der Fall. Gnome ist gerade für Poweruser die bessere Benutzeroberfläche. Als Poweruser (d.h. als jemanden, der den Computer mal mindestens 8 Stunden pro Tag für seine Arbeit verwendet und sich in den Internas des Rechners und des Betriebssystems ebenso gut auskennt wie in seinem Job) bietet Gnome die perfekte Umgebung. Als Poweruser will ich arbeiten und nicht mit dem Betriebssystem rumspielen. Alles was auf meinem Desktop bunt rumfliegt, blinkt und tutet lenkt nur meine Aufmerksamkeit von meinem Job ab. Ich brauche weder im 10-tel Sekunden Rhythmus über die Temperatur meines Prozessors informiert, noch jede halbe Minute über den Status meines GMail-Accounts durch animierte Briefumschläge hingewiesen zu werden. Und wenn ich wissen will, welches Wetter wir gerade haben, dann mache ich das Fenster auf, strecke die Hand raus, schaue mich um und weiß es. Das muss mir die Benutzeroberfläche meines Rechners nicht sagen.

Was ich als Poweruser wirklich benötige, ist möglichst schnellen, effektiven Zugriff auf die für meine Arbeit wirklich relevanten Ressourcen. Ohne Ablenkung. Und hier arbeitet Gnome vorbildlich. Eine CD mit Daten für den Kunden brennen? Kein Problem, einfach leere CD einlegen, ein Fenster öffnet sich, Dateien in das Fenster ziehen, den „Brennen“ Knopf drücken und Gnome erstellt mir eine CD ganz ohne Aufruf eines externen Brennprogramms. Keine Optionen, ob die CD nun bootbar sein soll, oder ob es evtl. doch eine Audio-DVD werden soll. Genau so verhält es sich mit dem Dateimanager. Er hat genau eine Aufgabe: den möglichst effektiven Zugriff auf Dateien zu bieten. Er ist nicht (wie in KDE) gleichzeitig Webbrowser, Konfigurationswerkzeug und Eierlegendewollmilchsau. Diese Beschränkung auf genau eine Aufgabe hat einen ganz enormen Vorteil: man verläuft sich nicht. Egal ob es sich dabei um den Neuling handelt, der vor lauter Knöpfchen nicht mehr weiß wo oben und unten ist, oder um den professionellen User, der nicht ständig nachsehen will, ob er evtl. durch Druck einer falschen Tastenkombination von der Thumbnail-Ansicht in den FTP-Modus gelangt ist.

Übertreibe ich? Bin ich zu polemisch? Vielleicht. Allerdings sollte jeder, der nicht glaubt das Weniger oft Mehr ist, sich mal darüber Gedanken machen warum wirkliche Profis mehr Zeit in der Shell als in der GUI verbringen. Auch bei der Arbeit mit Computer gilt die gute, alte 80/20 Regel: für 80% meiner Aufgaben benötige ich nur 20% der tatsächlich möglichen Funktionen. Da ist es doch gut, wenn mir nur diese 20% offensichtlich angeboten werden. Der Poweruser kennt die Mittel und Wege bei Bedarf an die anderen 80% der Funktionen heran zu kommen.

Am Ende des Tage zählen aber bei der Entscheidung nur zwei Punkte: mit welcher Benutzeroberfläche komme ich möglichst schnell an mein Ziel, und mit welcher hat es am meisten Spaß gemacht. Die Gewichtung der beiden Aspekte ist auch Privatsache. Womit ich mich mal wieder an einer vollkommen sinnlosen Diskussion beteiligt habe. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Ciao,
scameronde

Wenn man noch nie mit Ubuntu oder einer vergleichbaren Linuxdistribution gearbeitet hat, dann hat man selbstverständlich eine Tonne von Fragen. Um diese zu beantworten kenne ich ich drei gute Möglichkeiten.

  1. man geht einem Bekannten, der sich mit dem Thema auskennt, so lange auf den Wecker, bis er in einen ausgedehnten Urlaub verschwindet
  2. man bemüht Google (oder eine andere Suchmaschine) und treibt sich auf Webseiten, Foren und Chaträumen rum
  3. man ließt ein gutes Buch zu dem Thema

Links auf einen guten Bekannten kann ich hier leider nicht geben, Google findet jeder selber und auf eine sehr gute Einsteigerseite (ubuntuguide.org) habe ich ja schon früher verlinkt. Für Punkt 3 habe ich auch etwas.

Der Galileo Verlag hat ein deutsches Buch über Ubuntu herausgebracht. Das Buch richtet sich an den Einsteiger und kostet 40 EUR inklusive Versand. Dafür bekommt man 900 Seiten Wissen rund um Ubuntu plus 2 DVDs voll mit allem was man so für eine erste Installation benötigt.

Da 40 EUR sehr viel Geld ist, kann man sich von der Qualität des Buches online ein Bild machen. Der Verlag hat das komplette Buch online gestellt.

http://www.galileocomputing.de/openbook/ubuntu/

Ich hatte zwar keine Zeit das Buch komplett durchzusehen, aber die paar Stichproben hinterließen einen guten Eindruck. Das was ich gelesen habe war kurz und ohne Schnörkel verfasst und mit detaillierten Schritt für Schritt Anleitungen versehen. Die einzige Kritik die ich habe ist, dass das Buch an der einen oder anderen Stelle unvollständig ist. So geht der Autor z.B. in seinem Artikel über den Betrieb von DVD-Laufwerken davon aus, dass jeder User ein IDE-Laufwerk hat. Er erzählt pauschal, dass bei DVD-Laufwerken DMA einzuschalten ist und gibt eine für IDE-Laufwerke korrekte Anleitung (die erfreulicherweise viel weiter geht als die meisten im Netz befindlichen Anleitungen). Leider stimmen die Aussagen nicht für DVD-Laufwerke mit SCSI- oder SATA-Schnittstelle. Gerade letztere werden jedoch immer häufiger eingesetzt.

Nichtsdestotrotz ist das Buch mehr als nur einen Blick wert. Für den Ubuntu-Neuling ein empfehlenswerter Kauf.

Ciao,
scameronde

JDarkRoom

11 Januar 2007

In letzter Zeit war ja einiges los in der Blogosphäre bezüglich WriteRoom. Für die, die es nicht mitbekommen haben: WriteRoom ist ein Programm für Mac OSX mit dem man Texte editieren kann. Revolutionär, nicht? Die eigentliche Besonderheit ist der Leistungsumfang. Man kann Text schreiben, löschen, speichern und laden. Dabei arbeitet man mit einem Fixed Font. Keine unterschiedliche Schriftgrößen, kein Layout, kein fett oder kursiv, keine Rechtschreibkorrektur, nichts. Dabei verzichtet WriteRoom komplett auf Multitasking, verschiedene Fenster, Toolbar oder gar einem Menü. WriteRoom übernimmt den kompletten Bildschirm und blendet alles andere aus.

Was zur Hölle ist an diesem Programm, dass die ganze Welt darüber spricht? Leider habe ich kein OSX, so das ich es nicht testen kann. Glücklicherweise gibt es für Windows einen Clone von WriteRoom: DarkRoom. Da ich neugierig bin, habe ich doch mal wieder Windows gestartet, DarkRoom herunter geladen und damit einige Texte geschrieben. Was soll ich sagen. Ich bin begeistert. Seine fehlenden Features sind seine Stärke. Man wird auf seinen Text zurückgeworfen. Keine Ablenkung durch andere Programme, Linien oder Desktophintergründe. Keine Farben, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, keine Gedanken um Formatierung oder Rechtschreibung. Einfach du und dein Text. Es ist schwer erklärbar, aber es funktioniert. Man arbeitet konzentrierter.

Da Windows bekanntermaßen nicht meine normale Arbeitsumgebung ist, suchte ich eine entsprechende Lösung für Linux. Da ich keine fand, probierte ich verschiedene im Internet empfohlene Alternativen aus: VI in der Konsole (ich bin ein Fan von VI), OpenOffice im Vollbildmodus mit Courier New als Font und noch diverse andere. Irgendwie funktionierten alle irgendwie, aber keine kam an das Gefühl von DarkRoom heran. Es war nicht perfekt.

Glücklicherweise bin ich gestern auf eine platformunabhängige Lösung gestoßen, die auch auf meinem Linux Laptop sehr gut läuft: JDarkRoom. JDarkRoom ist – wie schon der Name suggeriert – ein in Java geschriebener Clone von DarkRoom. JDarkRoom läuft unter Windows, OSX und Linux. Es funktioniert sehr gut, ist in der Darstellung konfigurierbar und verwendet einfache, eingängige Tastaturkommandos. Mein einziger Kritikpunkt ist die mit 88 Zeichen für meinen Geschmack zu breite Spaltengröße. 60 Zeichen wie bei DarkRoom sind angenehmer für die Augen. Ich weiß nicht, ob das evtl. an meinem Breitbild-LCD liegt, aber eine konfigurierbare Spaltenbreite währe das Tüpfelchen auf dem i.

Probiert es einfach mal aus: http://www.codealchemists.com/jdarkroom/

Ciao,
scameronde

Teil 11: 9 Monate später

Seit meinem Umstieg auf Linux sind mehr als 9 Monate vergangen. Während ich hier sitze und diesen Text auf meinem Laptop schreibe, sitzt meine Frau hinter mir am PC und erledigt Bankgeschäfte. Beide arbeiten wir selbstverständlich mit Linux. Sie sagte letztens noch, dass ich seit wir auf Linux umgestellt haben, viel entspannter bin was unsere Haus-interne IT betrifft. Keine sich komisch verhaltenen Systeme mehr, keine Angst mehr eine Musik-CD einzulegen, etc.

Für sie selbst ist das Arbeiten am PC auch viel entspannter geworden. Es läuft keine Virenscanner mehr, der meint genau dann 100% Rechenzeit zu benötigen, wenn sie gerade Mails lesen will, keine Firewall die ihr eine unbekannte Website auf einem nicht Standardport sperrt, kein neun mal kluger Druckertreiber mehr, der in der lauten, unfreundlichen Stimme einer Interflug-Stewardess verkündet, dass seiner Meinung nach die Druckerpatrone leer sei.

Ich habe in dieser Zeit mein Linux zwei mal einem vollständigen Update unterzogen (von Breezy auf Dapper und von Dapper auf Edgy), was ungefähr einem Update von Windows 3.11 auf 95 auf XP entspricht, und es läuft immer noch alles perfekt und performant wie am ersten Tag.

Wir haben Windows nach wie vor als Dual-Boot-System auf den Rechnern, aber wir booten es nur noch zum Spielen und zur Video-Telefonie mit Skype. Ich hoffe für letzteres noch eine Alternative zu finden, die auch für den Rest meiner Familie (alles Windows-User) zumutbar ist.

Ansonsten vermissen wir keine Applikation unter Linux. Im Gegenteil, wir genießen das riesige Angebot an sehr guter Software. Wenn man erst einmal herausgefunden hat wo und wie man suchen muss, wird man sehr schnell fündig. Und das Beste ist, das der überwiegende Teil umsonst ist. Es ist einfach unglaublich wie viel Software für Linux existiert, die für Windows nur für 40 EUR aufwärts zu bekommen ist.

Von der Bedienbarkeit und der Optik her kann Linux locker mit Windows mithalten. Im Gegensatz zu Windows habe ich dabei sogar noch die Auswahl zwischen mehreren, grundverschiedenen Benutzeroberflächen. Manche betrachten dies als ein Problem von Linux, ich betrachte es als seine große Stärke. Menschen haben unterschiedliche Ansprüche an ein Benutzersystem, die sich aus ihrer Arbeitsweise ableiten. Unter Linux kann ich wählen (KDE, Gnome, XFCE, Fluxbox, etc.) und damit das System sowohl an meine Bedürfnisse als auch an die Leistungsfähigkeit meiner Hardware anpassen.

Ich habe vor zwei Monaten einem Nachbarn einen alten P3 mit 700 MHz und 128 MB RAM zusammengeflickt. Darauf habe ich Xubuntu (ein Ubuntu mit XFCE als Benutzeroberfläche) installiert. Dies habe ich nicht gemacht, weil ich ihm unbedingt ein Linux installieren wollte, sondern weil Windows einfach nicht lief. Windows XP war viel zu langsam auf dem System und Windows 95 konnte mit der Hälfte der Hardware nichts anfangen. Außerdem geht mein Nachbar noch mit einem analogen Modem ins Internet. Ohne regelmäßiges Update eines Virenscanners und einer Personal Firewall ist das IT-Selbstmord. Der Rechner ist innerhalb einer halben Stunde Teil eines Bot-Netzes. Xubuntu jedenfalls läuft angenehm schnell auf dem Rechner. Mein Nachbar kann jetzt endlich auf EBay handeln, Mails empfangen und hin und wieder mal einen Brief schreiben. Dabei ist das Grundsystem mit meinem absolut identisch. Linux ist wandelbar.

Apropos Optik. Auf meinem Desktop habe ich auf Gnome noch Beryl aufgesetzt. Beryl ist ein Fork von Compiz. Wer von beiden noch nichts gehört hat, soll einfach mal auf YouTube nach beiden Begriffen suchen und sich ein Video davon ansehen. Ein Desktop mit Beryl macht jeden Mac OSX und Vista Besitzer neidisch. Und dabei bietet es neben dem schönen Aussehen und den spektakulären Effekten auch noch echte Produktivitätsverbesserungen. Hier ist meines Erachtens nach Linux den anderen Betriebssystemen in Sachen Benutzeroberfläche um einiges voraus.

Eines würde mich aber dann doch noch reizen: einmal zwei bis drei Wochen mit einem MacBook Pro zu arbeiten. Nur um zu wissen, wie sich OSX so auf Dauer anfühlt.

Ciao,
scameronde